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WaldteegärtenDie Teegärten von Banzhang liegen in 1700 Meter Seehöhe inmitten eines geschlossenen Naturwaldgebietes im Westen von Xishuangbanna, einer kleinen autonomen Präfektur der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas. Dank der geschützten Lage und des ausgeprägten Südwest-Monsuns, der von Mai bis Oktober warme und feuchte Luftmassen mit sich führt, konnten sich in den Berglagen Xishuangbannas beeindruckende artenreiche tropische Laubwälder entwickeln. In Banzhang wird seit 1845 Tee kultiviert. Der Anbau erfolgt in traditionellen Waldteegärten. In diesen wird der Tee in unregelmäßigen Abständen im Schatten des Dorfwaldes angepflanzt und zu kleinen, regelrechten Teebäumen herangezogen. Heute ist der Großteil der beernteten Teebäume über 80 Jahre alt und 3 - 4 Meter hoch. Einzelne Exemplare sind aber weit über hundert Jahre alt und erreichen eine Höhe von bis zu 7 Metern. Dorfwald und Teebäume bilden einen mehrschichtigen Waldgürtel, der das Dorf von allen Seiten schützend umgibt und das Aussehen der Berglandschaft in einzigartiger Weise prägt. Dieser Waldgürtel schützt das Bergdorf nicht allein vor Erosion und speichert lebenswichtiges Wasser, sondern er belebt darüber hinaus auch das ästhetische Erscheinungsbild der Landschaft. Die Waldteegärten von Banzhang sind ein seltenes aktuelles Beispiel für eine wirtschaftlich erfolgreiche, naturnahe Bewirtschaftung des Tropenwaldes. Alle notwendigen Eingriffe und Veränderungen im Waldbestand sind hier an die Strukturen und Prozesse des Ökosystems angepasst. Dank dieses schonenden Umganges blieben in der Umgebung von Banzhang der Lebensraum Tropenwald und all seine komplexen Eigenschaften und Wirkungen bis heute erhalten.
Jede der über 100 Familien des Dorfes pflegt und beerntet eigene Teebäume. Das schützende Kronendach des Waldes hingegen gehört allen im Dorf und wird kommunal bewirtschaftet und geschützt. Wichtige Entscheidungen für dessen Bewirtschaftung und Erhalt werden gemeinschaftlich getragen. Im Unterschied zur sonst üblichen Terrassenkultur und Heckenpflanzung kultiviert man in Banzhang den Tee entsprechend seines natürlichen Wuchses und entsprechend seines ursprünglichen Vorkommens. Dieser naturnahe, extensive Anbau benötigt keine Pflanzenschutzmittel und keinen künstlichen Dünger. Das komplexe Anbausystem dieser Teegärten, das sich grundlegend von den klassischen intensiven Formen des Teeanbaus unterscheidet, kontrolliert etwaige Schädlingspopulationen und sichert auf natürlichem Wege die Nährstoffversorgung der Teesträucher. Die bewusste Ausnutzung solcher ökologischen Zusammenhänge gehört zum überlieferten Wissen der Teeproduzenten von Banzhang. |
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(c) 2003 by Robert Thiel
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